Abnehmen: Versuchung und Selbstbeherrschung
18.01.10 (Diät, Ernährung, Psyche)
Vielleicht ist es schöner es Willensstärke und nicht Selbstbeherrschung zu nennen, kommt irgendwie positiver.
Aber egal wie man es nennt, es ändert nichts daran, das sie ansteckend zu sein scheint. Was das konkret bringt?Ganz gleich für welche Diät man sich entschieden hat, um ein paar überflüssige Kilos lozuwerden, so lange man zu Hause isst bzw. sein Malzeiten selbst zubereitet - oder zubereitet bekommt
- klappt es wunderbar mit dem Abnehmen. Was aber, wenn eine Einladung zum Essen, ein Restaurantbesuch, Geschäftsessen oder womöglich ein größeres “Event” mit entsprechendem Buffet ansteht?
Die wenigsten können mit solchen Versuchungen so umgehen, dass sie ihnen entweder nachgeben und dann für den nötigen Ausgleich sorgen oder ausreichend Willensstärke/Selbstbeherrschung anden Tag legen um zu widerstehen. Oft bedeutet das das Ende des Projekts Gewichtsreduktion. (Jaja, die guten Vorsätze zum neuen Jahr…)
Gut zu wissen, dass Selbstbeherrschung ansteckend ist, wie Michelle van Dellen und ihr Team an der University of Georgia herausgefunden haben. Das funktioneirt, einerseits, wenn man an einen guten Bekannten, den man als selbstkontrolliert einschätzt, denkt - sogar, wenn dieser Gedanke nur unbewusst ist:
“And in a third experiment, 42 volunteers were randomly assigned to list friends with both good and bad self-control. As they were completing a computerized test designed to measure self-restraint, the computer screen would flash the names for 10 milliseconds — too fast to be read but enough time to subliminally bring the names to mind. Those who were primed with the name of a self-disciplined friend did better, while those primed with friends without self-control did worse”
Andererseits klappt es auch, wenn man ein unmittelbares Vorbild hat, der Tischnachbar oder die Person vor einem am Buffet also diszipliniert zugreift. Da könnte man doch gleich präventiv für so eine (beim Essen) selbstbeherrschte Begleitung sorgen, wenn Versuchungen zu befürchten sind… Wie? Keinen Idee, wer aus dem Bekanntenkreis in Frage käme? Einfach eine professionelle qualifizierte Begleitung buchen. (Doch, ich könnte mir durchaus vorstellen, das zu machen, das Honorar ist Verhandlungssache
)
Und noch was: es funktioniert auch umgekehrt - also nicht zu oft an Jumbo und seine XXL-Portionen denken.

18.01.10 um 20:12
Machen wir doch ständig so. Aber nett das Du so einen schönen Artikel über die richtige Begleitung schreibst
18.01.10 um 20:16
Schöner Artikel! Dann hoffe ich mal, dass das jetzt eine lohnende Marktlücke ist. Immer nur für lau Vorbild zu sein, wo doch die offiziellen Vorbilder so wenig taugen, kann es ja auf Dauer nicht sein.
19.01.10 um 01:03
Den Artikel hab ich auch gelesen, die Originalfassung besser gesagt… da geht es auch ums Essen: Karotte oder Keks? Self-control ist Selbstkontrolle, präziser gesagt: Selbstregulation in Konfliktsituationen. Aber wenn es ‘ums Eingemachte’ geht, wird das Vorbild anderer und die Kiste sozialer Vergleich nicht allzu weit tragen. Zu schön doch der Gedanke, ein Keks macht doch nichts, und das alles ist ja nur ein kleines Biss-chen… Da sind dann handfeste Argumente gefragt, falls jemand wirklich abnehmen und deshalb auch auf das Essen mehr achten will. Zum äußeren Vorbild müsste dann (jetzt kommen wir zur Ernährungsberatung) ein Gedankenkonzept kommen: also Formulierungen, wie man vor sich selbst und vor anderen begründen kann, warum jetzt die Karotte besser ist als der Keks. Lieber gesund und Karotte als gesund und rund?
19.01.10 um 08:38
Womöglich spielt es auch eine Rolle ob man das “Vorbild” sympathisch findet oder nicht. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass man gerade aus Trotz (vielleicht findet jemand einen bessern Begriff) zum Keks greift, wenn man den Karottenesser nicht leiden kann…
Bzgl. das Gedankenkonzepts: manchmal (oder oft?) reicht die Vermittlung von Ernährungswissen nicht aus, weil die Gründe für das - nennen wie es mal so - “Fehlverhalten” - eben nicht im mangelnden Wissen über Energie-, und Nährstoffbedarf und -gehalt liegen…
19.01.10 um 14:38
Der Kommentar von Methusalem gefällt mir besonders in dem Punkt mit der Begründung warum jetzt lieber die Möhre statt dem Keks isst.
Bei Anja und mir ist das mittlerweile so rund, dass wir meist auf dem Gesundtrip sind, dass die Leute das schon von selbst sagen…
Ach ja ihr esst so was ja nicht *prust* *schenkelklopf*
19.01.10 um 14:45
Wichtiger als es vor anderen zu begründen ist eh, es vor sich selbst zu begründen. Mit dem entspechenden Selbstbewusstsein ist es nämlich gar nicht nötig, es vor andern zu rechtfertigen (meist ist es nicht nur “begründen”…). Aber leider sitzt das Selbstbewusstsein oder auch die Standfestigkeit oft in der Körpermasse…
20.01.10 um 00:47
Hallo Nicole,
ein kleines Stück habe ich auf meinem Blog weitergedacht… aber die konkrete Umsetzung in der Ernährungsberatung ist für mich schwer abzuschätzen. Vielleicht lassen sich dafür konkrete Übungen entwickeln? Das ‘logon didonai’ als ‘Redestehen’ steckt bestimmt nicht in der Körpermasse. Wie also kommt die Standfestigkeit in den Kopf?
20.01.10 um 11:52
Bei der “professionellen” Begleitung hast Du gerade noch die Kurve gekriegt!
Ich denke, es ist alles eine Sache der “positiven” Erfahrungen. Wenn man mal ein für sich funktionierende Schema gefunden hat, ist es einfacher!
12.04.10 um 14:14
[...] man sich dann entschieden ist es wohl eher eine Frage der Willenskraft, dem Wusch nach Keksen zu [...]