Fitness & Ernährung

Hunger macht schlau?

13.05.09 (Diät, Ernährung)

Ja was jetzt? Das sagen die einen, dass satte Ratten in einer Untersuchung  der University of California deutlich bessere Gedächtnisleistungen erbracht haben und kurz darauf kommt die Ernährungs-Umschau mit einer Meldung (aid als Quelle), dass eine Reduzierung der täglich aufgenommenen Kalorien zu einer besseren Gedächtnisleistung führt:

Wer wenig isst, bleibt im Alter länger fit. Für Ratten war dies bereits bekannt. Jetzt wurde es in einer Studie an der Universität Münster erstmals auch für den Menschen nachgewiesen. Demnach führte eine Reduzierung der täglich aufgenommenen Kalorien um 30 % innerhalb von drei Monaten zu einer im Schnitt um 20 % besseren Gedächtnisleistung.

Der Effekt korrelierte mit dem Absinken des Blutspiegels von Insulin und C-reaktivem Protein, einem Entzündungsmarker. Die Forscher vermuten, dass die durch das Fasten erhöhte Insulinsensitivität der Gehirnzellen und die offenbar verringerten entzündlichen Vorgänge im Körper zu einer höheren Beweglichkeit der Synapsen und einer Aktivierung der Neuronenbildung beitragen.

Da insulinabhängige Stoffwechselwege wesentlich für die Stabilisierung des Langzeitgedächtnisses verantwortlich sind, gehen sie außerdem davon aus, dass Übergewicht und ein gesteigerter Blut-Insulinspiegel wesentliche Risikofaktoren für den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter sind. Als nächstes wollen sich die Münsteraner mit den Mechanismen befassen, die ihren Ergebnissen zugrunde liegen.

Hm. Die Hunger-Befürworter scheinen mit dem Nachweis für den Menschen einen Schritt weiter zu sein. Na dann…

Ach - zieht eure eigenen Schlüsse. Neue Studien, neue Ergebnisse. ;-)

2 Kommentare

  • 1
    Methusalem:

    Hm… brauchbare Schlüsse zu ziehen erscheint mir schwierig. Erstmal… Lernen, Gedächtnis und Intelligenz sind verschiedene Dinge. Geht es um Lernprozesse, also um die Aufnahme NEUER Informationen oder um eine Gedächtnisleistung bezogen auf das ABRUFEN von Information? Was heißt den Hunger? Und was heißt “weniger” essen? Wenn man sich die Details der Untersuchungen genauer ansieht, könnte sich zeigen, dass die Untersuchungen nur begrenzt miteinander vergleichbar sind. Ein realistisches Modell scheint mir zu sein, davon auszugehen, dass Lernen und Gedächtnis von vielen Faktoren beeinflusst wird - die physologischen Prozesse sind eben nur ein Teil davon. Und was Ratten eben nicht können, ist der Einsatz von Lernstrategien (Mnemotechniken). Plausibel bleibt für mich immer noch die grundsätzliche Idee, dass die flüssige Intelligenz im höheren Alter nachlässt, die kristalline Intelligenz (also alles was mit Erfahrung und Wissen zu tun hat) kontinuierlich steigt. Und - wer sein Hirn einsetzt und benutzt, bleibt geistig auch länger fit. Übungssache also… wenn ich dagegen soviel in mich hineinstopfe, dass ich nicht mehr laufen kann, macht mich die Sättigung bestimmt nicht schlauer, eher müde. Und müde etwas Neues aufnehmen… da müsste genauer definiert werden was “satt” und was “übersättigt” ist. Ob der Apfel, den ich gerade verdaue, mich dümmer macht? Ich hab da meine Zweifel… Ich hoffe, die Verwirrung ist jetzt perfekt!

  • 2
    Nicole:

    @Methusalem: Ich glaub, ich hab’s verstanden. Das muss am ausgewogenen, bedarfsgerechten Mittagessen liegen ;-)

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Vielleicht interessiert dich auch:

 
joomla statistics