Kulinarinsuffizienz oder “nicht-kochen-können”
Schon wieder so ein schönes Wort, aber diesmal erfinde ich keine Geschichte drumrum, sondern gebe gleich zu, dass ich es beim stern gefunden habe.
“Liegt es an der Fernsehwerbung, in der schlanke Schönchen quallerige Suppen löffeln? Dazu sagt eine Stimme aus dem Off: “So schmeckt es richtig gut”, oder: “So kocht man heute!” Daran liegt es sicher nicht. Vielmehr ist es die Verbindung von Unwissenheit und Bequemlichkeit. Es sind die Nicht-Köche, die Unvermögenden, die Wehrlosen, die Menschen-Fertigfutter kaufen - Chappi für Papi. Ihre exakte Zahl ist nie erhoben worden - Ignoranz ist nun mal nicht meldepflichtig. Aber die Menge derer, die bis auf ein Ei nichts mehr kochen können, ist riesig, und sie wächst.”
Die einen können’s nicht - müssen sie auch nicht, weil sie auf ein mehr oder weniger ausgewogenes Außer-Haus-Verpflegungs-Angebot zurückgreifen: Kantine, Restaurant und am Wochenende kocht Mutti/Oma. Die anderen, weil es alles auch in Instant-, Dosen- oder Tiefkühlform mit Anleitung für die Mikrowelle gibt.
Was in so einem Fix-und-Fertigpack - dazu zähle ich nicht TK-Gemüse pur! - drin ist, schmeckt alles gleich, egal ob Kartoffel, Karotte oder Erbse. Außeinanderhalten (und damit auch wissen, was das nun sein soll…) kann man es nur noch anhand des Aussehens: gelb, orange, grün. Na gut, die Erbse füht sich dank ihrer Form auch anders an.
Deshalb heißt Kulinarinsuffizienz für mich auch “nicht schmecken können”.
An beidem ändern die vielen Kochsendungen im Fernsehen und all die schönen Kochbücher - am besten exklusiv, exotisch oder gesund, die man sich dekorativ ins Küchenregal stellt, nichts. Das weckt nur Appetit (oder Lust?), und als Reaktion darauf gibt’s das gewohnte: Fast Food, Convenience, Mikrowelle…
Hat was von … Dreimal dürft ihr raten.
Aber den Vergleich haben auch andere schon angestellt.
Dazu kommt, dass das in den Koch-Shows einerseits Versprechungen gemacht werden (Herr Sch. und die Gewürze…), die einer Grundlage entbehren und andererseits das, was und wie da produziert wird, aus ernährungswissenschaftlicher und hygenischer (Jamie wäscht sich nicht die Hände…) Sicht nicht unbedingt empfehlens- oder wünschenswert ist.
“Nicht alles jedoch, was die Köche sagen, ist richtig, besonders, wenn zu viel über immense gesundheitliche Wirkungen von Gewürzkombinationen schwadroniert wird („Ingwer erhöht die Wirkung des Knoblauchs um das Fünfzigfache“ – oder so ähnlich). Wenn manche Köche Butter, Sahne und Zucker pfundweise verbraten, zucke ich zusammen und hoffe, dass die kleinen Portionen, die man in der Sterneküche bekommt, manches verzeihen lassen.”
Vielleicht bringt die stern-Aktion “Deutschland lernt kochen” ja tatsächlich was. Die Küchen-Basics zeigt sie schon mal.
13.04.09 um 10:38
Uhh, das tut weh - so ein riesen-Messer und so eine kleine Zwiebel ;-(
13.04.09 um 10:44
Weh tut’s erst, wenn man sich damit in den Finger schneidet - mir passiert das immer eher mit kleinen Messern. Für Zwiebeln (und Schnittlauch) hab ich auch so eins
06.06.09 um 20:07
[...] teil. Sei es beim mittäglichen Gang in die Kantine, einem Döner im Stehen, dem Aufwärmen einer Tiefkühlpizza oder der langwierigen Zubereitung eines Essens für die Familie oder Freunde. Ob privat oder [...]
13.07.09 um 17:35
[...] man (außer Zutatenlisten lesen) dagegen tun kann? Soll ja schon auch helfen, die Kulinar-Insuffizienz zu [...]
14.08.09 um 11:14
[...] 000 Haushalten zufolge schätzen insgesamt knapp drei Viertel der Befragten frische Zutaten und selbst zubereitete Speisen. Verglichen mit den Zahlen aus dem Jahr 2003 hat sich dieser Wert von 63 auf 74 Prozent [...]